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Wie beantrage ich Beihilfe?

Wie beantrage ich Beihilfe

Die Beihilfe zu beantragen erfordert nur beim ersten Antrag ein wenig Aufwand. Die Erstattung erfolgt grundsätzlich nur auf Antrag. Welche Anträge sie benötigen, hängt davon ab, wer wiederum ihr Dienstherr ist. Die Vorgehensweise ist nicht einheitlich. Einige Bundesländer, beispielsweise Sachsen, haben die Beihilfeverordnung des Bundes übernommen, andere gehen eigene Wege.

Beihilfe beantragen – so geht’s und das brauchen Sie:

Alle notwendigen Detailinformationen und Anträge erhalten Sie direkt auf unserer Seite.

Das erste Mal Beihilfe beantragen – das Wichtigste zuerst

Um Beihilfe zu beantragen, benötigen Sie Formulare. Für den ersten Beihilfeantrag ist die sogenannte Langversion notwendig. Ihr Dienstherr muss zunächst Ihre Stammdaten erfassen. Zu den Stammdaten zählen

  • Ihre Dienststelle
  • Der Familienstand
  • Ist Ihr Ehepartner ebenfalls beihilfeberechtigt?
  • Haben Sie Kinder?
  • Beziehen Sie für Ihre Kinder Kindergeld, vor allem, wenn diese noch in der Ausbildung sind?

Diese Langversion müssen Sie nur bei der ersten Antragstellung nutzen und wenn sich zu einem späteren Zeitpunkt Veränderungen bei den oben genannten Punkten ergeben. Der Wegfall des Kindergeldes verändert Ihren Beihilfeanspruch. Dies müssen Sie auch der Krankenversicherung mitteilen.

Solange es keine Veränderungen gibt, genügt dann künftig der Kurzantrag.

Der Beihilfeantrag

Um Beihilfe zu beantragen, müssen Sie für alle diesbezüglichen Aufwendungen die Rechnungen vorlegen. Es muss sich dabei nicht um die Originale handeln, Kopien werden ebenfalls anerkannt. Beantragen Sie die Erstattung für Rezepte, müssen Sie darauf achten, dass das Rezept eine sogenannte Pharmazentralnummer (PZN) trägt. Nur mit dieser Nummer gelten die Kosten als erstattungsfähig durch die Beihilfe.

Bei der PZN handelt es sich um eine bundeseinheitliche Prüfziffer für alle in der Apotheke erhältlichen, verschreibungspflichtigen Produkte wie Hilfsmittel oder Heilmitte. Die PZN beginnt mit einem Minuszeichen, gefolgt von sieben Ziffern und einer Prüfziffer. Die PZN verschlüsselt die Darreichungsform des Medikamentes, die Packungsgröße und die Stärke des verschriebenen Wirkstoffs.

Möchten Sie über die Beihilfe Krankenhauskosten erstatten lassen, benötigen Sie nicht nur die Krankenhausrechnung. Sie müssen darüber hinaus die Entlassungsbescheinigung und gegebenenfalls eine Wahlleistungsvereinbarung vorlegen. Die Wahlleistungsvereinbarung gilt für Chefarztbehandlung und Unterbringung im Einbett- oder Zweibettzimmer.

Beachten Sie beim Antrag, wie hoch die Kostendämpfungspauschale ausfällt. Worum es sich dabei handelt, und was Sie berücksichtigen müssen

Wann muss ich Beihilfe beantragen?

Grundsätzlich gilt, dass Sie als Bundesbeamter, aber auch als Beamter einiger Länder, innerhalb eines Jahres nach Entstehen des Beihilfeanspruchs den Antrag einreichen müssen. Einige Bundesländer gewähren eine Frist von zwei Jahren.

Wichtig: Lassen Sie den Stichtag verfallen, erhalten Sie keine Erstattung mehr!

Einige private Krankenversicherungen zahlen bei Leistungsfreiheit eine Beitragserstattung. Ob es sich lohnt, die Rechnungen einzureichen, weiß der Versicherungsnehmer in der Regel erst am Ende des Jahres. Hier wird das Abwarten kritisch, wenn Belege vom Januar eingereicht werden müssen.

Bei den Stichtagen gibt es ebenfalls unterschiedliche Regelungen.

  • Grundsätzlich beginnt die Frist mit dem Datum, welches auf dem Rezept oder der Rechnung steht.
  • Wurde jedoch eine Pflegeleistung erbracht, beginnt die Einreichungsfrist am letzten Tag des Monats, für den eine Pflegeleistung erbracht wurde. Trat ein Sozialversicherungsträger in Vorleistung, startet die Einreichungsfrist erst am 1. des Folgemonats.

Ein Widerspruch gegen mögliche Leistungskürzungen aufgrund einer Fristversäumnis ist allerdings möglich, wenn die Verzögerung unverschuldet eingetreten ist. Als Beamter haben Sie auch ein Einspruchsrecht, wenn Sie der Ansicht sind, dass die Erstattung der Beihilfe nicht ordnungsgemäß abgerechnet wurde.

Voraussetzungen für den Beihilfeantrag

Grundsätzlich müssen sie als Beamter seit dem Jahr 2009 eine Restkostenversicherung nachweisen. Die Erstattung der Beihilfe fällt unterschiedlich aus und richtet sich beispielsweise nach dem Familienstand und dem Umstand, ob Sie beihilfeberechtigte Kinder haben. Die Beihilfesätze variieren zwischen 50 und 80 Prozent, die Differenz zur Arztrechnung muss über eine private Krankenversicherung gedeckt sein.

Die Beihilfesätze auf einen Blick:
Für sich selbst Für den Ehepartner Für die Kinder
Aktive Beamte mit einem Kind 50% 70% 80%
Aktive Beamte ab zwei Kindern 70% 70% 80%
Beamte im Ruhestand und deren Witwen/Witwer 70% 70% 70%
Waisen oder Halbwaisen 80%

Baden-Württemberg hat für Beamte, die nach dem 1. Januar 2013 ihren Dienst antraten, Kürzungen vorgenommen. Für Beamte und Ehegatten gilt unabhängig von Kinderzahl nur noch ein Beihilfeanspruch von 50 Prozent.

Hessen und Bremen haben ebenfalls eine Sonderstellung inne. Der Beihilfesatz ist familienbezogen. Für alle Mitglieder gilt der identische, von der Basis 50 Prozent ausgehende Beihilfesatz und verändert sich wie folgt:

  • + 5 Prozentpunkte für Verheiratete
  • + 5 Prozentpunkte für jedes berücksichtigungsfähige Kind (maximal bis zu 70 Prozent)
  • + 10 Prozentpunkte für Versorgungsempfänger
  • + 15 Prozentpunkte für Witwen und Witwer

Beihilfe beantragen – das Wichtigste auf einen Blick

  • Sie müssen immer ein gültiges Formular verwenden.
  • Sie müssen die Belege einreichen.
  • Die Frist beträgt je nach Bundesland ein Jahr oder zwei Jahre ab Ausstellungsdatum auf dem Beleg.

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